Ben Poole - Live at the Royal Albert Hall

Ben Poole ist der Name eines jungen hochtalentierten Blues-Rock Musikers aus England, der dabei ist, sich einen Namen zu machen. Als er die Chance erhielt, für die Paul Jones Show auf BBC Radio 2 im Rahmen des Bluesfestival 2013 in der Royal Albert Hall zu spielen, nahm er dieses Album auf, das eine tolle Live-Atmosphäre einfängt. Zusätzlich gibt es einen Bonus Studio-Track.

Seine Musik ist im Blues verwurzelter Rock, den der 25-jährige Gitarrist und Sänger mit einer dreiköpfigen Begleitband spielt. Die Aufnahmen wurden zum Schluss einer grossen Tournee gemacht und man merkt die Vertrautheit der Band. Für reine Blues-Puristen ist dieses Album wohl zu wenig, die meisten Titel sind fetziger Bluesrock entsprechend den britischen Klassikern oder wie bei Joe Bonamassa in seinen Rock-Titeln. Wer es gerne auch mal kacheln lässt, für den ist dies das passende Album. Der studierte Musiker Ben Poole bietet feine Musik, welche die Klassiker alle in sich aufgenommen hat und die mühelos Genres mischt und vertauscht - stets auf der Suche nach dem passenden Groove.

Ben Poole spielt in erster Linie Gitarrenmusik – auf seiner Website gibt es eine vollständige Liste der verwendeten Geräte des Gitarristen – und er kümmert sich sicherlich nicht so sehr um Genres. Die Aufnahmen hier atmen den Geist der Rockmusik, zu stark wird die 12-Takt-Form verlassen, als dass man hier von purem Blues sprechen könnte.  

 

Angefangen beim kurzen Funk-Rock "Let’s Go Upstairs" kommt einer Reihe von Eigenkompositionen und Covers, darunter (I Know) "I'm Losing You" von den Temptations und Freddie Kings "Have You Ever Loved a Woman", das bei Poole allerdings nach einem einminütigen Solo-Intro nichts mehr mit den bekannten Versionen zu tun hat (hier spielte er denselben Titel an der "European Blues Challenge" 2012). Nur noch der Text stimmt mit Kings Original überein. Von Otis Redding/Steve Cropper stammt "Mr. Pitiful", ein auch von Taj Mahal oder den Commitments gecoverter Song. Die Eigenkompositionen sind gute Musik, aber wenn in Poole ein begnadeter Songwriter schlummert, dann tut er dies noch tief und fest. "Love Nobody No More" ist eine grossartige Rockballade - und das Gitarrensolo ist absolut blueslastig. Hier sind die Wurzeln deutlich zu spüren. Die als Studio-Aufnahme hinzugefügte Funk-Nummer "Starting All Over Again" ist wohl dabei, weil sonst die CD nochmal 3:50 kürzer gewesen wäre. Dieser radiotaugliche Song wurde mit einer anderen Band eingespielt. Wayne Proctor am Schlagzeug und Bob Fridzema an den Tasten unterstützen Ben Poole hervorragend!

 
Insgesamt eine CD, die Riesenspaß macht, die grossen Bluesrock bietet, mitunter etwas zurückhaltender als Joe Bonamassa, aber sicher auch in dieser Preislage, "Live at Royal Albert Hall " ist eine gute Möglichkeit, einen jungen Gitarristen und Sänger kennen zu lernen, der in den kommenden Jahren auf vielen Festivals zu sehen sein wird, denn er macht gute Stimmung und er ist ein erstklassiger Gitarrist! (Quelle: bluesnews.ch)
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