Ludwig Seuss Band - Downhill Sessions Part II

„Downhill Sessions Part II“, heisst die neue, gerade erschienene CD von Ludwig Seuss, der mit seiner Familie in Gauting lebt.  Es ist die mittlerweile vierzehnte CD des im Würmtal aufgewachsenen Bluesmusikers. Nun lebt diese Musik zwar vor allem vom Live-Erlebnis, doch Seuss ist es einmal mehr gelungen, die Atmosphäre des aus dem Augenblick entstehenden Konzerterlebnisses auf dem Tonträger einzufangen und wiederzugeben.

 

Die CD beginnt wie eine Session, wie ein Treffen der Besten der Szene. Ludwig Seuss hat zum gemeinsamen Beschwören des Bluesgeistes eingeladen, und  alle Gäste sind gekommen: Popsy Dixon, Abi Wallenstein, Lynn August und viele mehr. Der Boden vibriert, ein Funkeln liegt in der Luft. Die Augen leuchten. Hier versteht man sich auf Anhieb. Das ist das Geheimnis des Blues, dass niemand draußen steht. Dass alle gemeint sind, von Anfang an. „Lynn´s Boogie“ ist der Türöffner, und sofort vermischt sich die von draußen hereinwehende würzige Luft Louisianas mit der launigen Spiellust der Münchner Kultband. Man möchte tanzen. Man tut es!

 

Vor mehr als 20 Jahren erschien das Debutalbum von Ludwig Seuss, „Marilyn Sessions“, das längst Kultstatus genießt. Seitdem lässt der umtriebige Akkordeonist und Pianist seine Fans selten lange auf Neues warten. Und „Downhill Sessions Part II“ ist ein kleines Meisterwerk geworden, denn Seuss versteht einfach etwas davon, die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammenzubringen. Er hat Lynn August hergeholt, den legendären blinden Akkordeonspieler aus Lafayette, Louisiana, mit dem er bereits  vor zwanzig Jahren eine Schallplatte (!) aufgenommen hat. Erst 2013 war Lynn August auf Deutschlandtournee, und Seuss nutzte die Gelegenheit, ihn zu einer Studiosession einzuladen. Hier brilliert August an der Hammond B3. Doch Ludwig Seuss hat noch mehr Stars zu Gast. Abi Wallenstein aus Hamburg zum Beispiel, die „lebende Legende des Blues“, den er ebenso lange schon kennt. Und Popsy Dixon ist zu Gast, der Schlagzeuger von den Holmes Brothers, der zu den besten amerikanischen Blues- und Gospelsängern gehört und in den vergangenen Jahren immer wieder mit Ludwig Seuss auf Tour war. In dem hinreißenden „Let the good times role“, das hier in einer außergewöhnlichen Fassung zu hören ist, ist sogar die komplette Holmes Brothers Band mit an Bord.

 

Etwas Besonderes ist auch „Part Time Lover“, ein spontan eingespielter, eher unbekannter Blues von Johnny Taylor,  oder die funky Version des Deltaklassikers „Death Letter Blues“. Als aufmerksamer Gastgeber sorgt Seuss dafür, dass alle sich wohl fühlen, ganz wie zuhause. Sofort beginnt der Blues, der immer wie ein Gespräch ist, in das man sofort einsteigen kann. Abi erzählt vom Spirit des Delta, bei Popsy klingen immer wieder Gospeleinflüsse mit, und Lynn segelt hinüber zum Jazz. Währenddessen ist das Blues- und Boogiepiano von Ludwig Seuss wie auch sein perkussives Hammondorgelspiel verbindendes Element, sozusagen der heimische Boden des Gastgebers. Die Band ist natürlich mitten drin, trägt das Gespräch, schaltet sich ein.

 

Alles klingt, als entstünde es im Moment. Als wäre man auf einem Konzert, bei einer Session dieser phantastischen Musiker, die sich solistisch zu einem Ganzen verweben, zu einer einzigartigen Bluesband. Ein Gourmetbissen auf der CD ist der von Dr. Will produzierte Gospel „Ain´t No Grave“, ein Reisesouvenir aus Gauting, bei dem man einem wilden Tanz von Phantasiegestalten zu sehen glaubt. Ein Special ist auch „A Date with Barbara M.“ mit dem inzwischen verstorbenen Louisiana Red: dieses Stück wird so live nie wieder zu hören sein und ist somit eine Hommage an den wunderbaren Bluesmusiker. Welch anderem Gastgeber wäre je ein solches Musikfest gelungen? Das schafft nur Ludwig Seuss: in der Begegnung mit den Kollegen sich immer wieder neu zu erfinden!

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